| Im Westmecklenburgischen Seen- und Hügelland, direkt an der Grenze zu Schleswig-Holstein, liegt der Schaalsee. Mit 71,5 Metern ist er der tiefste Klarwassersee Norddeutschlands. Er ist
umgeben von zahlreichen Mooren, Sümpfen, Bruchgebieten und weiteren Seen. Die ehemalige Grenzlage der Region hat mit der damit verbundenen, erzwungenen Ruhe und der verminderten Nutzung des Gebietes dazu beigetragen, dass
naturnahe Biotope sich mit ihrer typischen Flora und Fauna ungestörter als anderswo entwickeln konnten. Verschiedene Orchideenarten,
Sonnentau, Wollgräser, Sumpfporst, Königs- und Rippenfarn kann man hier entdecken. Die
Klarwasserseen mit ihren Schilfröhrichten, die Feuchtwiesen und Wälder sowie die alte bäuerliche Kulturlandschaft mit zahlreichen Hecken, sind Lebensraum für viele in ihrem Bestand gefährdete Tierarten wie Seeadler, Kranich,
Rohrdommel, Bartmeise und Fischotter. Im August und September rasten jeweils mindestens 15.000 Wasservögel im Schaalseegebiet. Mit dem Nationalparkprogramm der letzten DDR-Regierung wurde die Mecklenburger Schaalseelandschaft 1990 als Naturpark Schaalsee rechtsverbindlich festgesetzt und im Juli 1998 durch das Land Mecklenburg-Vorpommern als Biosphärenreservat ausgewiesen. Damit wurde eine für mitteleuropäische Verhältnisse einmalige Seenlandschaft in ihrer durch die Tätigkeit des Menschen geprägten Form in großen Teilen geschützt und erhalten, wobei die Siedlungsbereiche ausdrücklich einbezogen wurden. Die Zielsetzungen des Biosphärenreservat Schaalsee sind vielfältig. Es geht um den Erhalt der Landschaft in ihrer Eigenart, Vielfalt und Schönheit und um die Bewahrung der landschaftstypischen Biotop- und Formenmannigfaltigkeit. In besonders naturnahen Bereichen soll die Natur sich frei entfalten, es werden Lebensräume für gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten gesichert. Im größten Teil des Schutzgebietes steht jedoch nicht die unberührte Naturlandschaft, sondern die vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft im Mittelpunkt der Bemühungen. Gemeinsam mit und von den hier lebenden und arbeitenden Menschen werden beispielhafte Konzepte für zukunftsweisende, umweltverträgliche Wirtschaftsformen entwickelt und umgesetzt. Ziel ist dabei eine zukunftsorientierte nachhaltige Regionalentwicklung. Der Naturpark Schaalsee hat ein neues Informationszentrum: im futuristischen auf 43 Stahlstelzen stehenden Bau auf einer ehemaligen Hausmüllkippe am Ortseingang von Zarrentin. Besucher und Einheimische sollen im sogenannten "Pahlhuus" alles Wissenswerte über Landschaft, Tier- und Pflanzenwelt der Schaalseeregion erfahren. Aber auch Seminarräume für die Weiterbildung gibt es. Modernste Technik, auch für Multivisions-Vorführungen, steht bereit. Das Informationszentrum des Schutzgebietes und gleichzeitig der Sitz des Amtes für das Biosphärenreservat Schaalsee ist das PAHLHUUS. Hier finden Sie auch die Ansprechpartner des Fördervereins Biosphäre Schaalsee e.V. Das Amt ist untere Naturschutzbehörde und eine nachgeordnete Einrichtung des Landesamtes für Forsten und Großschutzgebiete M-V. Seine Aufgabe liegt sowohl in der Bewahrung des natürlichen Reichtums als auch in der Weiterentwicklung der Region. Das Amt versteht sich als Förderer der regionalen Entwicklung und leistet entsprechende Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam mit dem Förderverein Biosphäre Schaalsee e.V. ist es Koordinator, Beratungsstelle und Partner verschiedenster Projekte. Das PAHLHUUS finden Sie am Ortseingang von Zarrentin (aus Richtung Wittenburg). Hier erwarten Sie vielfältige Ereignisse, eine interessante, erlebnisreiche Ausstellung über das Schutzgebiet am Schaalsee, ein multimediales Informationssystem und Natur gleich vor der Tür. Kontakt: Amt für das Biosphärenreservat Schaalsee Wittenburger Chaussee 13 19246 Zarrentin Amtsleiter: WissD Klaus Jarmatz Telefon: 038851/302-0 Telefax: 038851/30220 eMail: schaalseeBR@t-online.de Internet: http://www.schaalsee.de |